Genau in diese absurde Welt führt uns der unermüdliche Steven Soderbergh mit seinem neuesten Streich. Nachdem der fleißige Regisseur im vergangenen Jahr bereits zwei völlig andere Projekte erfolgreich abgedreht hat, widmet er sich nun einer waschechten Kriminalkomödie. Der Film The Christophers entführt euch direkt nach London und beleuchtet die dunklen Geheimnisse des Kunstmarktes. Für das brillante Drehbuch zeichnet sich Ed Solomon verantwortlich, der bereits für Men in Black bekannt ist. Das Werk stellt dabei eine clevere Frage an sein Publikum. Was macht echte Kunst überhaupt aus und wer bestimmt den wahren Wert eines Werkes? Wir verraten euch alle pikanten Details zu dieser turbulenten Geschichte.
Ein alter Meister im Visier der eigenen Familie
Im Zentrum dieser irrwitzigen Handlung steht der gealterte Künstler Julian Sklar. Gespielt wird dieser verschrobene Charakter von niemand Geringerem als der absoluten Schauspiellegende Sir Ian McKellen, der der Rolle eine wundervolle Tiefe verleiht. In den bunten sechziger und siebziger Jahren galt Sklar als der unangefochtene Stern am Himmel der schrillen Pop Art. Doch diese glorreichen Zeiten sind längst vergangen und der Ruhm ist komplett verblasst. Seit vielen Jahrzehnten hat der mürrische alte Mann keinen Pinsel mehr angerührt und seine Taschen sind mittlerweile komplett leer. Er fristet ein eher einsames Dasein, welches nun völlig unerwartet auf den Kopf gestellt wird.
Trotz seiner extremen Geldnot wittern seine beiden entfremdeten Kinder ein gewaltiges Erbe. Diese beiden durchtriebenen und überaus gierigen Nachkommen werden von den bekannten Darstellern James Corden und Jessica Gunning verkörpert. Um an das vermeintliche Vermögen ihres alten Herren zu gelangen, hecken sie einen überaus listigen und gleichermaßen skrupellosen Plan aus. Sie wollen nicht einfach untätig warten, bis der alte Herr friedlich das Zeitliche segnet, sondern dem Schicksal und dem zukünftigen Reichtum ein wenig auf die Sprünge helfen. Für dieses schmutzige Unterfangen brauchen sie jedoch jemanden mit einem sehr speziellen Talent für Pinsel und Farbe.
Eine geniale Fälscherin als trojanisches Pferd
Für ihren raffinierten Raubzug engagieren die gierigen Erben die überaus talentierte Restauratorin Lori, die von der großartigen Michaela Coel mit viel Witz gespielt wird. Lori hat eine ziemlich dunkle Vergangenheit als meisterhafte Kunstfälscherin und bringt somit exakt die richtigen Fähigkeiten für diesen heiklen Job mit. Sie soll sich als unschuldige und hilfsbereite Assistentin in das Leben des alten Künstlers einschleichen, um unbemerkt Zugang zu seinem tiefsten und geheimsten Lagerraum zu erhalten. Dort vermuten die Kinder den wahren Schatz der Familie, der nur noch den letzten feinen Schliff benötigt, um zu purem Gold zu werden.
Hinweis zum Datenschutz: Dieses Video ist im datenschutzfreundlichen „Lyte-Modus“ eingebettet. Erst beim aktiven Anklicken wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt und Daten übertragen. Weitere Informationen findet ihr in unserer Datenschutzerklärung.
Unten im Dunkeln verstauben nämlich acht völlig unfertige Leinwände des einstigen Meisters. Loris heikle Aufgabe besteht nun darin, diese vergessenen Werke in absoluter Heimlichkeit zu vollenden und den Stil von Julian Sklar exakt zu imitieren. Sobald die Farbe getrocknet ist, soll sie die Bilder unbemerkt wieder an ihren Platz stellen. Der perfide Gedanke dahinter ist genial. Wenn der Künstler eines Tages stirbt, sollen diese gefälschten Werke als sensationelle letzte Meisterwerke entdeckt und für unfassbare Summen auf dem Kunstmarkt verkauft werden. Ob dieser verrückte Plan wirklich aufgeht, werdet ihr bald auf der großen Leinwand sehen.
Wusstet ihr schon?
- 🎨 Die professionelle Restaurierung von alten Gemälden und die kriminelle Fälschung von Kunstwerken erfordern oft exakt die gleichen handwerklichen Fähigkeiten. Während echte Restauratoren nämlich spezielle chemische Lösungsmittel nutzen um alte Schmutzschichten extrem vorsichtig abzutragen, verwenden raffinierte Fälscher exakt diese Chemikalien um neue Farben künstlich altern zu lassen und somit einen glaubhaften antiken Look zu erzeugen.
- 🎥 Der unermüdliche Regisseur Steven Soderbergh ist in ganz Hollywood für sein extrem schnelles Arbeitstempo berühmt und er übernimmt bei seinen eigenen Filmen sehr oft auch noch die komplette Arbeit an der Kamera sowie den finalen Schnitt, wobei er für diese zusätzlichen Tätigkeiten stets die beiden bekannten Pseudonyme Peter Andrews und Mary Ann Bernard verwendet.
- 🖼️ Die schrille Pop Art Bewegung der sechziger Jahre stellte die traditionelle Kunstwelt damals komplett auf den Kopf, weil die mutigen Künstler plötzlich ganz alltägliche Dinge wie einfache Suppendosen oder bunte Werbeplakate in ihre Werke integrierten und damit die strengen Grenzen zwischen der elitären Hochkultur und dem gewöhnlichen massentauglichen Konsum für immer aufbrachen.
Danke fürs Lesen!
Hat dir der Artikel gefallen? Hier gibt es weitere tolle Artikel zu lesen:



Schreibe einen Kommentar