Führungschaos bei Intrepid Studios: Was passiert jetzt mit Ashes of Creation?

Jahrelang war es der große Hoffnungsträger westlicher MMORPG-Fans. Jetzt erschüttern Rücktritte, Entlassungen und offene Fragen das Studio hinter Ashes of Creation. Steht das ambitionierte Online-Rollenspiel vor dem Aus oder gibt es noch einen Weg zurück?

Führungschaos bei Intrepid Studios: Was passiert jetzt mit Ashes of Creation?

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Wenn ein MMORPG jahrelang als Heilsversprechen gehandelt wird, sind die Erwartungen riesig. Umso härter trifft es die Community, wenn plötzlich nicht Drachen, sondern Vorstandsentscheidungen den Endboss markieren. Genau das passiert gerade bei Ashes of Creation und lässt viele von euch ratlos zurück.

Die große Hoffnung des Westens

Ashes of Creation galt lange als Gegenentwurf zur asiatischen MMO-Dominanz. Ein lebendiges Weltsystem, Spielerentscheidungen mit echten Konsequenzen und ein klassisches Fantasy-Gefühl sollten das Genre im Westen neu beleben. Viele von euch begleiteten das Projekt seit der Kickstarter-Phase – manche sogar mit vierstelligen Beträgen.

Als das Spiel am 11. Dezember 2025 schließlich im Early Access auf Steam startete, war klar: Das ist noch lange nicht fertig, aber zumindest spielbar. Die Hoffnung blieb, dass sich Geduld am Ende auszahlt. Doch nur wenige Wochen später steht diese Hoffnung auf wackligen Beinen.

Rücktritt an der Spitze – und offene Vorwürfe

In der Nacht zum 1. Februar 2026 meldete sich Steven Sharif, CEO und Creative Director von Intrepid Studios, mit einer alarmierenden Nachricht im offiziellen Discord. Er erklärte, die Kontrolle über das Unternehmen verloren zu haben. Der Vorstand habe Entscheidungen getroffen, die er ethisch nicht mittragen könne.

Die Konsequenz: Sharif trat aus Protest zurück. Kurz darauf folgten ihm weitere Führungskräfte – und laut Sharif reagierte der Vorstand mit einer Massenentlassung. Details dazu fehlen bislang. Wie viele Entwickler betroffen sind und wie es intern weitergeht, bleibt unklar. Ein offizielles Statement des Studios steht (Stand Anfang Februar 2026) noch aus.

Zwischen Hoffnung, Wut und Resignation

Die Reaktionen aus der Community ließen nicht lange auf sich warten. Auf Reddit und X schwanken die Stimmen zwischen Enttäuschung, Zorn und schwarzem Humor. Einige sprechen offen von einem möglichen Scam, andere trauern um Jahre der Vorfreude. Wieder andere schauen sich bereits nach Alternativen um – inklusive augenzwinkernder Einladungen zum Wechsel zu älteren MMORPGs.

Besonders bitter: Viele von euch haben Ashes of Creation nicht nur gespielt, sondern finanziell getragen. Entsprechend groß ist das Gefühl, im Regen stehen gelassen worden zu sein – ohne klare Ansage, ob es überhaupt noch weiterregnet oder irgendwann wieder die Sonne scheint.

Ist das das Ende von Ashes of Creation?

Noch ist nichts offiziell beendet. Theoretisch könnte Ashes of Creation mit einem kleineren Team weiterentwickelt werden – allerdings ohne seinen Gründer und kreativen Kopf. Ebenso möglich ist ein kompletter Neustart unter neuer Führung oder das langsame Versanden des Projekts.

Fest steht: Die Unsicherheit ist aktuell größer als je zuvor. Für euch als Spieler bedeutet das vor allem eines: abwarten. Ob sich das Führungschaos legt oder das MMO tatsächlich Geschichte wird, dürfte sich erst in den kommenden Wochen entscheiden. Bis dahin bleibt Ashes of Creation ein trauriges Beispiel dafür, dass selbst die größten Träume an sehr irdischen Problemen scheitern können.

Wusstet ihr schon?

Ashes of Creation wurde ursprünglich über Kickstarter finanziert und sammelte dort bereits 2017 mehrere Millionen US-Dollar ein. Das Projekt setzte von Beginn an stark auf Community-Beteiligung, langfristige Alpha-Tests und ein komplexes Node-System, das die Spielwelt dauerhaft durch Spielerentscheidungen verändern sollte – ein Anspruch, der die Entwicklung bis heute besonders anspruchsvoll macht.

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