Thriller gibt es viele, doch manche setzen auf ein simples Prinzip und treiben es zur Perfektion. Genau das versucht His & Hers, die ab dem 8. Januar bei Netflix startet. Sechs Folgen, ein Mordfall – und zwei Versionen derselben Geschichte. Klingt überschaubar? Wartet ab.
Zwei Erzähler, zwei Versionen der Wahrheit
Im Zentrum stehen eine Journalistin und ein Detective, die beide am selben Mordfall arbeiten. Gespielt werden sie von Tessa Thompson und Jon Bernthal. Beide erzählen euch, was passiert ist – nur leider nicht dasselbe.
Die Serie folgt konsequent diesem Wechselspiel: „Seins“ und „Ihres“ prallen aufeinander, Aussagen widersprechen sich, Details verschieben sich. Ihr sitzt mittendrin und versucht, aus widersprüchlichen Puzzleteilen ein Bild zu bauen. Ob die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt oder ganz woanders, bleibt lange offen. Genau dieses permanente Misstrauen treibt die Spannung nach oben.
Die Buchvorlage: Ein Pageturner mit Ruf
Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Alice Feeney, der 2020 erschien und schnell eine treue Fangemeinde fand. Leser:innen lobten vor allem die unzuverlässigen Erzähler und die überraschende Auflösung. Auf Goodreads kommt das Buch auf starke 4,06 von 5 Sternen – kein schlechter Wert für einen Thriller, der bewusst verwirren will.
Auch Buchblogs schwärmten von der Sogwirkung der Geschichte: einmal angefangen, kaum wegzulegen. Genau dieses Gefühl will die Serie transportieren. Statt lauter Action setzt sie auf psychologischen Druck und das ungute Gefühl, ständig belogen zu werden – vielleicht sogar von beiden Seiten.
Warum sich His & Hers perfekt zum Bingen eignet
Alle sechs Folgen erscheinen gleichzeitig, was die Serie zum idealen Wochenend-Binge macht. Jede Episode endet mit neuen Fragen statt Antworten, jede Enthüllung zieht euch tiefer hinein. His & Hers spielt gezielt mit euren Erwartungen an klassische Whodunits und unterläuft sie genüsslich.
Wer zuletzt Gefallen an twistlastigen Netflix-Thrillern gefunden hat, dürfte sich hier sofort zu Hause fühlen. Die Serie reiht sich damit gut neben andere Mystery-Highlights ein, ohne sich wie eine Kopie anzufühlen. Der Fokus auf Perspektive statt Plot-Gimmicks macht den Unterschied.
Starkes Duo im Mittelpunkt
Tessa Thompson bringt ihrer Journalistin eine kontrollierte Intensität mit, während Jon Bernthal als Detective zwischen Härte und innerer Zerrissenheit pendelt. Beide Figuren wirken glaubwürdig – und genau das macht sie verdächtig. Ihr wollt ihnen glauben, obwohl ihr es besser wissen solltet. Diese Spannung zwischen Sympathie und Zweifel trägt die Serie. His & Hers fordert euch heraus, aktiv mitzudenken, statt euch zurückzulehnen. Wenn ihr Thriller mögt, die euch nicht an die Hand nehmen, sondern ins kalte Wasser werfen, solltet ihr euch diesen Starttermin markieren.
Wusstet ihr schon?
- Der Roman His & Hers von Alice Feeney lebt stark vom Konzept der unzuverlässigen Erzähler – ein Stilmittel, das in der Literatur als besonders anspruchsvoll gilt. Leser:innen werden dabei bewusst in die Irre geführt und müssen ihre eigenen Schlüsse immer wieder hinterfragen.
- Spannend ist auch die Besetzung: Tessa Thompson und Jon Bernthal standen zuvor noch nie gemeinsam für eine Serie vor der Kamera. Beide sind vor allem aus Action- und Superheldenrollen bekannt – His & Hers zeigt sie nun in deutlich ruhigeren, psychologischeren Rollen.



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