Von Blizzard-Veteranen: Dieses Fantasy-Spiel wagt den Tarkov-Ansatz

Ein neues Fantasy-Spiel auf Steam sorgt für Gesprächsstoff: Hinter dem Projekt stehen Blizzard-Veteranen, das Gameplay setzt auf Risiko, Loot und Extraktion – doch die Community ist sich noch uneins, ob das Konzept aufgeht.

Von Blizzard-Veteranen: Dieses Fantasy-Spiel wagt den Tarkov-Ansatz

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Extraction-Games gelten als gnadenlos, stressig und meist fest in der Shooter-Ecke verankert. Doch was passiert, wenn man dieses Prinzip in eine Fantasy-Welt mit Schwertern und Zaubersprüchen überträgt? Genau diese Frage beantwortet ein neues Spiel auf Steam – mit spürbarem Mut und einer klaren Vision.

Fantasy statt Feuergefechte

Das Spiel hört auf den Namen Eldegarde und stammt von Notorious Studios, einem Team rund um Blizzard-Veteran Chris Kaleiki. Statt Sturmgewehren schwingt ihr hier Breitschwerter, feuert Zauberbälle ab und zieht als Paladin, Schurke oder Magier los.

Das Grundprinzip erinnert stark an Escape from Tarkov: Ihr betretet eine Zone, erledigt Monster, plündert Truhen und müsst rechtzeitig entkommen – bevor euch andere Spieler aus dem Hinterhalt erwischen. Risiko und Belohnung gehen dabei Hand in Hand, jeder Run kann euer letzter sein.

Der Spagat zwischen PvP-Stress und MMO-Gefühl

Steam**-Spieler lernten Eldegarde bereits im Early Access kennen, damals noch unter dem Namen Legacy: Steel & Sorcery. Am 21. Januar 2026 folgte der offizielle 1.0-Launch – nach rund elf Monaten Feinschliff.

Eine der wichtigsten Neuerungen: ein reiner PvE-Modus. Viele Spieler wollten die Welt erkunden, Bosse wie Mor’thog the Cruel bekämpfen und Beute sammeln, ohne ständig von anderen „gegankt“ zu werden. Die Entscheidung scheint Wirkung zu zeigen, denn kurz nach dem Update erreichte das Spiel einen Peak von 689 gleichzeitig aktiven Nutzern.

Lob, Kritik und ein Blick auf die Bewertungen

Mit über 5.000 Reviews kommt Eldegarde aktuell auf rund 70 Prozent positive Bewertungen. Das klingt solide, doch die jüngsten Rezensionen zur Version 1.0 fallen mit etwa 53 Prozent deutlich gemischter aus.

Gelobt wird vor allem das sogenannte Lodge-System: In eurer Basis baut ihr funktionale Möbel wie Schmieden oder Betten, die spielerische Boni liefern – etwa zusätzliche Erfahrung durch ausgeruhten Schlaf. Kritisiert werden hingegen steife Animationen, ein überladenes Interface und das Monetarisierungsmodell. Zwar ist das Spiel kostenlos, doch teure Supporter-Pakete und kosmetische Items stoßen nicht überall auf Gegenliebe.

Technik, Performance und offene Baustellen

Technisch setzt Eldegarde auf die Unreal Engine und bietet moderne Features wie DLSS und Frame Generation. Allerdings gilt der Titel als echter Ressourcenfresser. Auf Mittelklasse-PCs müsst ihr oft selbst an den Grafikeinstellungen schrauben, um flüssig spielen zu können.

Extraction-Games entstanden ursprünglich im Shooter-Bereich und setzen stark auf Risiko-vs.-Belohnung-Mechaniken.
Extraction-Games entstanden ursprünglich im Shooter-Bereich und setzen stark auf Risiko-vs.-Belohnung-Mechaniken.

Auch auf dem Steam Deck läuft das Spiel, wirkt dort aber sperrig: Die Steuerung ist nicht optimal angepasst, und einfache UI-Aktionen erfordern häufig die Bildschirmtastatur. Unterm Strich merkt man Eldegarde an, dass hier ein ambitioniertes Herzensprojekt entstanden ist. Ob daraus ein langfristiger Hit wird, hängt davon ab, wie schnell das Team seine größten Kritikpunkte in den Griff bekommt.

Wusstet ihr schon?

  • Extraction-Games entstanden ursprünglich im Shooter-Bereich und setzen stark auf Risiko-vs.-Belohnung-Mechaniken.
  • PvE-Modi werden in PvPvE-Spielen oft nachträglich ergänzt, um Gelegenheitsspieler nicht zu verlieren.
  • Blizzard-Veteranen gründen nach ihrem Ausstieg häufig kleinere Studios, um experimentellere Spielideen umzusetzen.
  • Die Unreal Engine wird besonders häufig für Online-Games genutzt, da sie moderne Upscaling-Techniken wie DLSS unterstützt.

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