Unter 3 Millisekunden: Dieser Controller soll Cloud-Gaming revolutionieren

Cloud-Gaming bequem vom Sofa aus klingt gut – scheiterte bisher aber oft an spürbarer Verzögerung. Ein neuer Controller von LG und Razer will genau dieses Problem lösen und verspricht Reaktionszeiten, die selbst Konsolen alt aussehen lassen.

Unter 3 Millisekunden: Dieser Controller soll Cloud-Gaming revolutionieren

📅

✍️

⏱️

2–3 Minuten

📚

Zocken ohne Konsole, ohne PC, direkt auf dem Fernseher – das ist die große Cloud-Gaming-Vision. In der Praxis hakte es bisher aber oft an einer entscheidenden Stelle: der Eingabeverzögerung. Genau hier setzen LG und Razer an. Gemeinsam haben sie einen neuen Controller vorgestellt, der Cloud-Gaming auf Smart-TVs deutlich näher an das klassische Konsolen-Gefühl bringen soll. Die Kampfansage ist klar: unter 3 Millisekunden Reaktionszeit.

Ein Controller gegen den größten Cloud-Gaming-Killer

Latenz ist der natürliche Feind jeder schnellen Eingabe. Beim Cloud-Gaming kommt sie gleich mehrfach vor: Internet, Streaming, Display – und eben der Controller. Der neue Razer Wolverine V3 Bluetooth, der speziell für LG-Fernseher entwickelt wurde, will zumindest einen dieser Flaschenhälse radikal verkleinern.

Möglich macht das ein spezieller Ultra-Low-Latency-Bluetooth-Standard. Laut Hersteller liegt die Reaktionszeit bei unter drei Millisekunden. Zum Vergleich: Für den beliebten DualSense der PS5 kursieren Messwerte zwischen etwa 9 und 13 Millisekunden. Das ist keineswegs schlecht – zeigt aber, wie ambitioniert LG und Razer hier vorgehen.

Profi-Features statt TV-Spielzeug

Der Wolverine V3 Bluetooth ist kein simples Fernbedienungs-Gamepad. Razer setzt auf Features, die man sonst eher aus dem E-Sport-Bereich kennt. Dazu gehören Anti-Drift-Thumbsticks, die präzise bleiben sollen, auch wenn ihr den Controller lange nutzt. Zusätzlich gibt es frei belegbare Rücktasten, mit denen ihr wichtige Aktionen auf Knopfdruck legen könnt.

Praktisch fürs Wohnzimmer: Der Controller kann nicht nur Spiele steuern, sondern auch den Fernseher selbst. Lautstärke, Navigation oder Menüs lassen sich direkt über integrierte TV-Tasten bedienen. Das macht den Wolverine V3 zu einer Art Hybrid aus Gamepad und smarter Fernbedienung – und spart euch das Jonglieren mit mehreren Geräten.

Der Controller ist das erste Produkt mit dem neuen Siegel „Designed for LG Gaming Portal“. Dahinter steckt ein Zertifizierungsprogramm, mit dem LG sicherstellen will, dass Zubehör optimal mit den eigenen Fernsehern harmoniert. Im Fokus stehen einfache Einrichtung, stabile Verbindung und eben minimale Verzögerung.

Das ist kein Zufall, denn LG positioniert seine Smart-TVs zunehmend als eigenständige Gaming-Plattform. Cloud-Dienste wie NVIDIA GeForce Now oder Xbox Game Pass laufen bereits direkt auf vielen Modellen – ganz ohne Konsole.

Razer und LG wollen Gaming revolutionieren
Razer und LG wollen Gaming revolutionieren

Ein Schritt Richtung Konsolen-Feeling?

Natürlich löst ein schneller Controller nicht alle Cloud-Gaming-Probleme. Internetqualität und Serveranbindung bleiben entscheidend. Trotzdem ist der Wolverine V3 Bluetooth ein spannender Baustein: Er nimmt einem der sensibelsten Punkte den Schrecken – das Gefühl, dass eure Eingaben „zu spät“ ankommen.

Wenn LG und Razer ihr Versprechen halten, könnte sich Cloud-Gaming auf dem Fernseher erstmals wirklich so direkt anfühlen, wie es der Traum vom Sofa-Zocken verspricht. Kein Wunder also, dass dieser Controller schon jetzt als möglicher Gamechanger gehandelt wird.

Wusstet ihr schon?

  • Beim Cloud-Gaming entsteht Verzögerung nicht nur durch das Internet, sondern auch durch Controller, Bluetooth-Verbindungen und die Bildverarbeitung des Fernsehers. Selbst wenige Millisekunden können sich bei schnellen Spielen deutlich bemerkbar machen.
  • Ultra-Low-Latency-Bluetooth ist keine Standard-Technologie: Hersteller müssen Hard- und Software speziell aufeinander abstimmen, damit Eingaben schneller übertragen werden als bei herkömmlichen Bluetooth-Controllern.
  • Viele moderne Smart-TVs besitzen inzwischen eigene Gaming-Menüs, die Bildverarbeitung und Latenz automatisch optimieren – ein wichtiger Schritt, damit Cloud-Gaming ohne Konsole überhaupt konkurrenzfähig wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert