Ubisoft sorgt für Aufsehen: Nach fünf Jahren Entwicklungszeit wurde das Prince of Persia-Remake eingestellt – und das ist nicht das einzige Projekt, das gestrichen wurde. Gleichzeitig ordnet der Publisher seine Studios in kreative „Hogwarts-Häuser“ ein. Was steckt dahinter?
Ubisoft cancelte sechs Spiele: darunter das Prince of Persia Remake
2020 kündigte Ubisoft mit großer Hoffnung das Remake von Prince of Persia: Sands of Time an, einem Kult-Action-Adventure, das viele Fans seit Jahren erwarten. Doch jetzt, fünf Jahre später, hat Ubisoft die Entwicklung des Remakes komplett eingestellt. Das ist Teil einer größeren Restrukturierung, bei der insgesamt sechs Spiele gestrichen wurden. Neben dem Prince of Persia-Remake sind das vier unangekündigte Titel, von denen drei völlig neue Marken sein sollten, sowie ein Mobile-Spiel. Ubisoft begründet die Absage mit der mangelnden Erfüllung neuer Qualitätsstandards und einer strengeren Priorisierung des Portfolios. Zum Vergleich: Für das Jahr 2025 sind nur wenige neue Titel geplant, darunter Assassin’s Creed Shadows, Just Dance 2026 und Anno 117. Außerdem wurden sieben weitere Projekte verschoben, darunter ein Titel, der eigentlich im Fiskaljahr 2026 erscheinen sollte.
Kreativhäuser nach Hogwarts-Häusern was steckt dahinter?
Ubisoft hat eine neue Organisationsstruktur eingeführt und ordnet seine Studios künftig in fünf sogenannte Kreativhäuser ein. Besonders auffällig: Die internen Einheiten tragen die Namen der Hogwarts-Häuser aus der Harry-Potter-Reihe.
Jedes dieser Kreativhäuser übernimmt die volle finanzielle Verantwortung für seine Projekte und muss wirtschaftlich eigenständig arbeiten. Ubisoft erhofft sich von diesem Modell mehr kreative Freiheit, zugleich soll die Effizienz in der Spieleentwicklung gesteigert werden.
Bereits bekannt ist, welche etablierten Marken den einzelnen Häusern zugeordnet sind. Bei neuen Projekten bleibt der Publisher jedoch zurückhaltend. So ist noch offen, welchem Kreativhaus die vier neuen IPs zugewiesen werden – darunter auch das 4-gegen-4-MOBA „March of Giants“.
Ubisoft-Gründer und CEO Yves Guillemot machte zudem deutlich, dass der Umbau Konsequenzen haben könnte. Sollten die neuen Kreativhäuser nicht den erhofften Erfolg bringen, schließt das Unternehmen auch Studio-Schließungen nicht aus.
Was bedeutet das für Ubisoft-Fans und die deutsche Gaming-Szene?
Diese Meldungen dürften bei Ubisoft-Fans für gemischte Gefühle sorgen. Das Prince of Persia-Remake war eines der am meisten erwarteten Projekte, das nun auf Eis gelegt ist, trotz der großen Bedeutung der Marke in der Geschichte von Ubisoft. Interessant ist auch, dass ein möglicher Nachfolger von Prince of Persia aus dem Jahr 2007 letztlich in Assassin’s Creed mündete, das heute zu den erfolgreichsten Reihen des Publishers gehört.
Wusstest du schon?
Ubisoft nutzt interne Klassifizierungen seiner Studios schon seit Jahren, um Projekte nach Risiko, Innovationsgrad und Markenstärke zu bewerten. Kreative Vergleiche, wie die Einordnung in bekannte Fantasie-Kategorien, dienen dabei weniger der PR, sondern helfen dem Management, Teams schneller neu auszurichten oder Projekte zu priorisieren.
Dass Ubisoft nun radikal umstrukturiert und mehr Spiele canceln muss, als es im Jahr 2025 überhaupt neue Releases geben wird, zeigt, wie stark sich das Unternehmen neu aufstellen will. Die Einteilung in Hogwarts-Häuser klingt nach einem ungewöhnlichen, aber auch smarten Schritt, um kreative Freiheiten zu fördern und zugleich wirtschaftliche Verantwortung klar zu definieren. Für die deutsche Gaming-Szene ist das relevant, weil Ubisoft hier eine große Rolle spielt und künftige Titel und Studioentscheidungen somit direkten Einfluss auf den Markt haben.
Ob Ubisoft Beyond Good and Evil 2 weiterentwickelt, bleibt offen – dieser Titel taucht in den aktuellen Berichten nicht auf, was Fans ebenfalls verunsichert. Insgesamt steht der Publisher vor einem entscheidenden Neuanfang, bei dem nicht alle Projekte und Studios überleben werden. Für euch heißt das: Augen offenhalten, denn die nächsten Monate könnten noch mehr Veränderungen bringen.



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