Splitgate 2: Von „Make FPS Great Again“ zum Transaktions-Minefield?

Ein frischer Shooter, der sich gegen Mainstream-Grind stellt. Das war der Plan. Doch nach dem Summer Game Fest steht Splitgate 2 am Pranger: Die Kritik an überteuerten Skins überschattet den Hype.

Splitgate 2: Von „Make FPS Great Again“ zum Mikrotransaktions-Minefield?

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Mit Splitgate 2 kehrt Entwicklerstudio 1047 Games zurück ins Rampenlicht. Auf dem Summer Game Fest kündigten sie den Nachfolger ihres gefeierten Portal-Shooters offiziell an inklusive Trailer, Plattform-Details und der Ansage, endlich „frischen Wind ins FPS-Genre“ zu bringen. Der CEO versprach ein Spiel, das sich klar vom typischen Call-of-Duty-Formelbrei abheben soll. Die Community war gespannt und die Diskussionen ließen nicht lange auf sich warten.

Wusstet ihr schon…?

…, dass Splitgate ursprünglich von zwei Studenten im Schlafsaal entwickelt wurde?
Das erste Splitgate entstand 2017 als Uni-Projekt. Gründer Ian Proulx und Nicholas Bagamian starteten das Spiel mit einem Mini-Budget. Heute steht dahinter ein Millionenprojekt mit Ambitionen auf AAA-Niveau.

Der Hype war da und die Wut kam schnell

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Auf Steam überschlagen sich erste Kommentare, Twitter/X trendet mit wütenden Reposts, Reddit diskutiert über Pay-to-Win-Gefahr. Viele User:innen fühlen sich an die dunklen Zeiten aggressiver Monetarisierung erinnert und das in einem Spiel, das einst für Fairness, Geschwindigkeit und Kreativität stand.

Dabei ist das Grundkonzept nach wie vor spannend: Splitgate 2 kombiniert Arenashooter-Tempo mit einem Portalsystem à la Portal taktisch, flott, skillbasiert. Das neue Setting spielt in einem Sci-Fi-Militärcampus, durchzogen von künstlicher Gravitation, wuchtigen Sounddesigns und blitzschnellen Time-to-Kill-Duellen. PC und Next-Gen-Konsolen sind als Plattformen bestätigt, ein exakter Releasezeitraum steht jedoch noch aus.

Mikrotransaktionen vs. Community – ein neues Kapitel?

Schon im Trailer war zu erkennen: kosmetische Items werden ein zentrales Thema. Was auffällt: Die Preise sind nicht einfach kosmetisch überzogen, sondern erreichen AAA-Niveau. Besonders der sogenannte „Founder’s Burn Bundle“ schlägt mit umgerechnet über 70 Euro zu Buche ohne nennenswerte Vorteile außer Skins. Die Kritik: Das sei kein Indie-Mindset, sondern erinnere an Ubisoft- oder Activision-Modelle.

Auf Reddit spekulieren einige, dass das Studio Investoren-Druck spürt. Andere verteidigen die Preise als rein optional, doch die Zahl der enttäuschten Fans wächst. Der Kontrast zur Indie-Vergangenheit des Studios ist ein Reibungspunkt und stellt die Frage: Kann Splitgate 2 noch zurückrudern, oder ist die Stimmung dauerhaft beschädigt?

Wusstet ihr schon…?

…, dass 1047 Games nach dem Shitstorm die Preise tatsächlich gesenkt hat?
Nach massivem Backlash auf Steam versprach das Team nicht nur Preisanpassungen, sondern auch Rückerstattungen für zu früh gekaufte Bundles – ein seltener Schritt im Free-to-Play-Bereich.

Kann Gameplay retten, was Monetarisierung zerstört?

Die Spielmechanik bleibt das Herzstück. Wer einmal zwei Portale öffnet, sich in Sekunden durch die Map schleudert und aus der Luft einen Headshot landet, weiß: Hier steckt Feuer drin. Auch technisch gibt es Lichtblicke: Die Engine wirkt rund, das Trefferfeedback präzise, und die Map-Vertikalität verspricht hohe taktische Vielfalt. Das Problem: Die Debatte über Fairness und Preisgestaltung lenkt massiv davon ab.

Ein guter Shooter fußt nicht nur auf Mechanik. Community, Vertrauen, Updates das alles zählt. Und genau hier bröckelt das Fundament, wenn Studios auf Mikrotransaktionen setzen, bevor das Spiel überhaupt erschienen ist.

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