Open Source Elektromagnetisches Resonanz-Tablet: DIY-Zeichenfläche neu gedacht

Seit den 1980ern sind Zeichentablets wichtige Tools für Kreative. Jetzt liefert ein Open Source Projekt konkrete Bauanleitungen für ein elektromagnetisches Resonanz-Tablet inklusive flexibler Schaltkreise – ein spannender DIY-Trend!

Open Source Elektromagnetisches Resonanz-Tablet: DIY-Zeichenfläche neu gedacht

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Zeichentablets sind seit den 1980er Jahren unverzichtbare Werkzeuge für digitale Künstler:innen. Jetzt bringt ein spannendes Open Source Projekt frischen Wind in die Szene: Ein elektromagnetisches Resonanz-Tablet, das ihr selbst bauen könnt: mit flexibler Technik und offenem Design.

So funktioniert das elektromagnetische Resonanz-Tablet

Das Prinzip eines elektromagnetischen Resonanz-Tablets (EMR) ist relativ simpel, aber genial: Im Tablet befindet sich eine Spule, die in einem Frequenzbereich von etwa 400 bis 600 kHz schwingt. Diese Schwingung induziert im Stift eine Spannung an der passenden Resonanzfrequenz. Umgekehrt erzeugt der Stift eine messbare Spannungsspitze im Tablet, die als Positions- und Druckinformation ausgewertet wird.

Wusstest du schon…?,

… EMR-Technik (elektromagnetische Resonanz) hat einen riesigen Vorteil gegenüber vielen günstigen Tablets: Der Stift braucht oft keinen Akku, weil er seine Energie über das elektromagnetische Feld des Tablets bekommt. Genau deshalb fühlen sich viele EMR-Stifte so „leicht“ und zuverlässig an – keine Ladepausen, keine Batterie im Pen, oft weniger Latenz.

Um nicht nur eine Dimension, sondern zwei, also X- und Y-Achse, zu erfassen, sind zwei Spulenarrays notwendig, die jeweils horizontal und vertikal angeordnet sind. Die dazugehörige Steuerungselektronik „swept“ (durchläuft) diese Spulen nacheinander und liest die Signale aus. Das erlaubt eine präzise Positionsbestimmung des Stifts auf der Oberfläche.

Das Open Source Projekt von Yukidama im Detail

Der Entwickler Yukidama hat genau dieses Prinzip genutzt und eine offene Version eines EMR-Tablets gebaut. Besonders interessant ist dabei die Verwendung eines flexiblen Leiterplattenmaterials, das als Schaltungsträger für die Spulen dient. Diese Flex-Leiterplatte kann hinter einem Bildschirm positioniert werden, etwa einem alten Panasonic RZ-Laptop, wodurch das Gerät zu einem vollwertigen Zeichentablet umfunktioniert wird.

Zusätzlich hat Yukidama die Treiberplatine so verfeinert, dass sie die flexiblen Spulen zuverlässig ansteuert und die Signale auswertet. Das macht das Tablet nicht nur zum spannenden Bastelprojekt, sondern ermöglicht auch eine praktische Nutzung mit handelsüblichen Geräten.

Warum das für euch spannend ist

Professionelle EMR-Zeichentablets sind oft teuer und proprietär. Dass Yukidama hier eine offene Lösung vorstellt, ist deshalb relevant für alle, die sich für Elektronik, DIY-Hardware und digitale Kunst interessieren. Gerade in der deutschen Maker-Szene ist der Wunsch nach nachvollziehbaren und selbst anpassbaren Geräten groß.

Open Source Elektromagnetisches Resonanz-Tablet: DIY-Zeichenfläche neu gedacht
Herstellungsprozess des Tabletts – Symbolbild

Zudem wird mit der Flex-Leiterplatte eine Alternative zu starren, oft teuren Sensorflächen gezeigt, die auch in anderen Projekten Anwendung finden kann. Wer also schon immer mal selbst ein Zeichentablet bauen wollte, findet hier eine fundierte Grundlage mit konkreten Bau- und Funktionsprinzipien.

Leider fehlen in den verfügbaren Quellen detaillierte Bauanleitungen oder Software-Implementierungen, die für den Nachbau nötig wären. Trotzdem gibt das Projekt spannende Einblicke und kann als Inspiration für eigene Experimente dienen.

Wer sich für weitere technische Details interessiert, findet im verlinkten Hackaday-Artikel eine erste Übersicht – perfekt, um euer nächstes DIY-Projekt zu planen!

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