Wenn ihr schon einmal Städte mit bunten Waggons verbunden habt, dürfte euch diese Nachricht neugierig machen. Netflix arbeitet an einer Verfilmung des weltweiten Brettspielhits Ticket to Ride, der hierzulande unter dem Titel „Zug um Zug“ bekannt ist. Der Streamingdienst hat sich die weltweiten Rechte gesichert und plant zunächst einen Spielfilm. Doch damit nicht genug. Das Rechtepaket erlaubt es Netflix auch, Serien und sogar Reality Formate zu entwickeln. Das Projekt könnte also zu einem ganzen Franchise anwachsen.
Vom Wohnzimmertisch auf den Bildschirm
„Zug um Zug“ erschien erstmals 2004 und wurde seitdem mehr als 20 Millionen Mal verkauft. Übersetzt in über 30 Sprachen gehört es zu den erfolgreichsten Brettspielen der letzten Jahrzehnte. Das Spielprinzip ist simpel und zugleich taktisch. Ihr sammelt Wagenkarten und versucht, möglichst lange Eisenbahnstrecken zwischen Städten zu bauen. Je länger die Route, desto mehr Punkte. Klingt harmlos, kann aber Freundschaften auf eine harte Probe stellen. Wie genau daraus ein Film entstehen soll, ist bislang offen. Denkbar wäre ein Abenteuer rund um Rivalitäten im Eisenbahnzeitalter oder eine moderne Geschichte, in der Strategie und Ehrgeiz im Mittelpunkt stehen. Klar ist nur, dass Netflix großes Potenzial sieht.
Erfahrene Drehbuchautoren an Bord
Für das Drehbuch wurden Ben Mekler und Chris Amick verpflichtet. Beide haben bereits Erfahrung mit animierten und actionreichen Stoffen gesammelt. Auch der Erfinder des Spiels, Alan R. Moon, ist als Executive Producer beteiligt. Das dürfte viele Fans beruhigen, denn so bleibt zumindest eine kreative Verbindung zur Vorlage bestehen. Ein Regisseur oder eine Regisseurin wurde bislang nicht bekannt gegeben. Ebenso steht noch kein Starttermin fest.
Netflix setzt weiter auf Spieleadaptionen
Mit „Zug um Zug“ bleibt Netflix seiner Strategie treu, bekannte Marken für neue Formate zu erschließen. Erst kürzlich sicherte sich der Streamingdienst auch die Rechte an The Settlers of Catan. Dort sind neben Filmen sogar animierte Projekte, Videospiele und Reality Shows geplant. Spieleverfilmungen sind derzeit gefragter denn je. Nach Erfolgen von Videospieladaptionen und Spielzeugfilmen scheint auch das Brettspielsegment an Fahrt aufzunehmen. Für euch bedeutet das womöglich bald ein Wiedersehen mit vertrauten Spielideen in ganz neuem Gewand. Ob „Zug um Zug“ als Film genauso fesseln kann wie am Spieltisch, wird sich zeigen. Sicher ist nur, dass Netflix die Weichen bereits gestellt hat.
Wusstet ihr schon?
- Ticket to Ride erschien 2004 und gewann im selben Jahr den renommierten Preis Spiel des Jahres, der als eine der wichtigsten Auszeichnungen für Brettspiele weltweit gilt.
- Das Spiel wurde von Alan R. Moon entwickelt, der bereits seit den 1980er Jahren als Brettspielautor aktiv ist und mehrere international erfolgreiche Titel veröffentlicht hat.
- Weltweit wurden von Ticket to Ride über 20 Millionen Exemplare verkauft, wodurch es zu den meistverkauften modernen Brettspielen überhaupt zählt.
- Netflix setzt zunehmend auf bekannte Marken und etablierte Fanbasen, da diese eine höhere Wiedererkennung und geringeres finanzielles Risiko versprechen.
- Auch The Settlers of Catan, ebenfalls von Asmodee vertrieben, soll bei Netflix ein eigenes Medienuniversum erhalten, das Filme und Serien umfasst.
Quellen
- Netflix – Offizielle Plattform
- Days of Wonder – Offizielle Ticket to Ride Seite
- Spiel des Jahres – Archiv und Preisträger
- BoardGameGeek – Verkaufszahlen und Hintergrundinformationen
- Filmstarts – Die Vorlage wurde mehr als 20 Millionen Mal verkauft: Netflix schnappt sich den nächsten Bestseller für eine Verfilmung



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