Julian Barnes, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autoren Großbritanniens, macht Schluss mit dem Romanschreiben. Sein neues Werk „Departure(s)“ wird sein letzter Roman sein, ein Abschied, der viele Leser:innen bewegt.
Julian Barnes kündigt letzten Roman an
Julian Barnes, der Booker-Preisträger und international gefeierte Schriftsteller, hat offiziell bestätigt, dass „Departure(s)“ sein letzter Roman sein wird. Der Autor, der in wenigen Tagen 80 Jahre alt wird, blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück: 15 Romane und 10 Sachbücher hat er in rund 45 Jahren veröffentlicht. Barnes erklärte im Gespräch mit der Telegraph, dass er das Gefühl habe, „alle seine Melodien gespielt“ zu haben.
Für ihn sei es wichtig, nicht nur aus dem Grund weiterzuschreiben, dass Verlage noch Interesse zeigen, sondern nur so lange, wie er wirklich etwas zu sagen habe. Mit „Departure(s)“ erreiche er genau diesen Punkt.
Themen und Inhalt von „Departure(s)“
Der Roman „Departure(s)“ ist ein Hybrid aus Memoir, Essay und Fiktion. Im Zentrum steht die Rolle Barnes’ als Vermittler zwischen zwei anonymisierten Freunden, Stephen und Jean, die einst Liebende waren und sich später trennten. Das Buch verwebt zentrale Themen aus Barnes’ Gesamtwerk: Erinnerung, Liebe, Freundschaft, das Altern und die Auseinandersetzung mit dem Tod. Diese Mischung macht den Roman zu einem sehr persönlichen und zugleich universellen Abschluss seines schriftstellerischen Schaffens. Konkrete weitere Details zu Handlung oder Stil liegen bislang nicht vor.
Persönliche Hintergründe und Ausblick
Barnes lebt seit sechs Jahren mit einer seltenen Form von Blutkrebs, den er mit täglichen Chemopillen behandelt. Er beschreibt seinen gesundheitlichen Zustand als „Unentschieden“, was bedeutet, dass die Krankheit stabil bleibt, ihn aber schwächt. Trotz dieser Herausforderung bleibt Barnes aktiv und plant, weiterhin journalistisch tätig zu sein, etwa mit Rezensionen und Essays. Nach dem Verlust seiner ersten Ehefrau, der Literaturagentin Pat Kavanagh, im Jahr 2008, hat er 2025 heimlich wieder geheiratet seine Partnerin Rachel Cugnoni ist seit fast 30 Jahren eine feste Bezugsperson in seinem Leben.
Barnes reflektiert auch über das Älterwerden und den Tod, wobei er als bekennender Atheist den Verlust des Lebens in höherem Alter anders bewertet als einen frühen Tod. Er spricht offen über seine Angst vor dem Tod, die mit den Jahren abgenommen habe, und sieht sein Lebenswerk als erfüllten Erfolg an. Für viele Fans und Literaturinteressierte markiert diese Ankündigung das Ende einer Ära und lädt dazu ein, Barnes’ Gesamtwerk noch einmal neu zu entdecken.



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