„Empfohlen ab 18“: Wie Buchhandlungen mit der Alterskennzeichnung von New-Adult-Titeln umgehen

New-Adult-Bücher wirken oft harmlos, enthalten aber häufig erotische oder explizite Szenen. Deshalb kennzeichnen einige Verlage ihre Titel mit Altersstempeln – doch wie geht der Buchhandel damit um? Ein Blick hinter die Kulissen.

„Empfohlen ab 18“: Wie Buchhandlungen mit der Alterskennzeichnung von New-Adult-Titeln umgehen

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New-Adult-Bücher sehen oft unscheinbar aus, doch ihre Inhalte sind nicht selten explizit. Deshalb setzen einige Verlage auf eine „ab 18“-Kennzeichnung, aber wie kommt das beim Buchhandel an? Wir werfen einen Blick auf das Thema, das gerade für Fans und Händler relevant ist.

Warum „Empfohlen ab 18“ bei New-Adult-Titeln wichtig ist

New-Adult-Titel sind im Buchhandel ein wachsendes Segment, das vor allem junge Erwachsene anspricht. Trotz ihrer oft unscheinbaren Cover können die Inhalte sehr explizit sein, mit Szenen, die nur für Erwachsene geeignet sind. Um Käufer:innen eine schnelle Orientierung zu bieten, setzen Verlage wie Loewe mit ihrem Label Dark Intense oder Bastei Lübbe mit Lyx auf Alterskennzeichnungen wie Ü-16 oder Ü-18-Sticker. Diese Labels signalisieren klar, dass die Bücher für ein älteres Publikum gedacht sind.

Wusstest du schon..?

… Im deutschsprachigen Buchhandel werden New-Adult-Titel inzwischen als eigene Unterwarengruppe geführt, um sie besser von klassischer Belletristik und Jugendbüchern abzugrenzen – was Händlern bei der Sortimentsarbeit helfen soll.

Herausforderungen für Buchhandlungen im Umgang mit New-Adult-Büchern

Für Buchhändler:innen ist es nicht immer leicht, die Inhalte dieser Titel einzuschätzen. Deshalb ist es wichtig, im Team Expert:innen zu haben, die sich mit New-Adult- und verwandten Genres wie Fantasy und Young Adult auskennen. Ein Beispiel dafür ist Kira Nidrich aus dem Borgfelder Kinderbuchladen, die unter anderem für diese Bereiche zuständig ist. Auch in der Buchhandlung Bestenbostel in Nordenham wird das Genre räumlich getrennt: Young Adult-Bücher stehen bei den Kinder- und Jugendbüchern, während New-Adult-Titel am anderen Ende des Ladens präsentiert werden. Diese Trennung soll verhindern, dass Jugendliche ungeeignete Bücher in die Hände bekommen, zum Beispiel Titel wie „Haunting Adeline“, die über Social Media vorgeschlagen werden, aber nicht altersgerecht sind.

Die Debatte um den Kaufanreiz und Jugendschutz

Altersstempel und Sticker sorgen zwar für Orientierung, bergen aber auch die Gefahr, dass gerade Jugendliche einen Reiz am vermeintlich Verbotenen verspüren, ein klassischer „Kick“-Effekt. Für Buchhändler:innen bedeutet das, sich ständig mit den Inhalten auseinanderzusetzen und eine bewusste Entscheidung über die Platzierung und den Verkauf der Bücher zu treffen. Die Diskussion zeigt, wie wichtig es ist, sensibel mit dem Thema umzugehen, denn New-Adult-Bücher sind ein wachsendes Genre, das sich zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur bewegt und deshalb klare Grenzen braucht.

Das Thema betrifft direkt deutsche Buchhandlungen und ihre Kund:innen, bleibt aber auch eine Herausforderung, da es keine einheitlichen Standards für die Alterskennzeichnung gibt. Aktuell liegen nur Beispiele von einzelnen Labels vor, weitere konkrete Titel oder verbindliche Regeln fehlen bislang.

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