Willkommen, Helden der Taktik und Strategen des Buttons-Mashings! Heute führen wir euch in das fantastische Reich von Fire Emblem, wo Erbschaften, Drachen und missmutige Prinzen auf euch warten. Falls ihr die letzten Jahrzehnte unter einem Videospiel-verweigernden Stein verbracht haben solltet, fragt ihr euch jetzt vielleicht: Was ist so besonders an diesem Fire Emblem? Na, dann schnallt euch an, zieht den Staub von euren Armbrüsten und auf geht’s!
Fire Emblem: Die Anfänge der Spiele-Legende
Zurück in die 90er, als Schnurrbärte noch modebewusst waren und Ritter in pixeligen Rüstungen glänzten. Fire Emblem startete 1990 mit „Shadow Dragon and the Blade of Light“ – damals auf dem Famicom, dem coolen japanischen Cousin des NES. Vermutlich hat Nintendo nicht damit gerechnet, dass diese Prise Taktik gewürzt mit spannenden Geschichten und epischen Schlachten das Erfolgsrezept für viele rundenbasierte Strategiespiele liefern würde.
Die Beliebtheit der Reihe ist wohl unbestritten, sonst würdet ihr jetzt nicht diesen Artikel lesen und hättet vermutlich ein friedlicheres Leben. Doch was machte Fire Emblem nun so legendär? Die Antwort liegt nicht nur in den epischen Geschichten, sondern auch in den schmerzhaft süßen Entscheidungen, die dazu führen, dass eure Lieblingscharaktere heldenhaft das Zeitliche segnen können. Ja, in Fire Emblem ist der Permadeath ein harter Lehrmeister – und ein weiser auch. Vielleicht geht es euch auch wie mir und ihr habt euch bei den älteren Teilen schlichtweg geweigert, ein Kapitel abzuschließen, solange eine eurer Einheiten darin starb. Für mich war es immer ein besonderer Reiz der Spielereihe, das Kapitel so oft zu wiederholen, bis ich die gesamte Truppe lebendig durch das Spiel geführt hatte. Auch, wenn einige von euch vielleicht wissen, dass es einige Ausnahmen gibt, die kein Spieler im Geschehen umgehen kann.
Diese ersten Titel der Taktikreihe erschienen auch in Deutschland
Als sich die Jahrtausendwende näherte, gelang Fire Emblem der Sprung von der pixeligen Vergangenheit in die GBA-Ära. Spiele wie „The Blazing Blade“ und „The Sacred Stones“ wurden nicht nur Innovationsmeister, sondern auch Inklusionsmeister. Wer liebt es nicht, ein komplettes Team von Barden, magischen Heiligen und schwer gepanzerten Rittern anzuführen? The Blazing Blade war mein erster Fire Emblem Titel. Ich werde wohl nie vergessen, wie ich den Sommer damals mit meinem GBA in der Hand im Garten verbrachte und mit meinem Cousin das Spiel Kapitel für Kapitel hin und her getauscht habe. Wir waren beide gefesselt davon, aber Videospiele waren auch damals eine teure Angelegenheit, die es hauptsächlich zu großen Aktionen wie Geburtstage oder Weihnachten gab. Wie also wusste sich der leidenschaftliche Gamer zu helfen? Natürlich, in dem man sich gegenseitig andere Spiele schenken ließ und sie unter Freunden und Familie miteinander austauschte.
„The Sacred Stones“ war der zweite Titel der Reihe, den ich in meinen Händen halten durfte. Seither habe ich keines der Strategiespiele verpasst, mit Ausnahme jener Titel, die leider nur exklusiv in Japan erschienen. Auf „Sacred Stones“ folgte mit „Path of Radiance“ für die GameCube sowie Radiant Dawn für die Nintendo Wii. Bis heute zählen sie zu einigen der besten Games der Reihe. Allein schon, weil sie dank der Leistung der Konsolen deutlich bessere Berechnungen im Hintergrund liefern konnten. Auch grafisch waren sie ein regelrechtes Upgrade nach dem Zeitalter der Pixel.
Fire Emblem Fates hob die Strategieserie meiner Meinung nach auf ein neues Niveau.
Von der Konsole zurück zum Handhelden
„Shadow Dragon“ hingegen kehrte als Handheld-Variante auf dem Nintendo DS zurück. Dabei handelt es sich um ein Remake des allerersten Teils, der ursprünglich nie in Deutschland erschien. Im Übrigen war das Game das erste der Reihe, das durch die Verbindung einer WLAN-Verbindung auch Kämpfe zwischen zwei Spielern gegeneinander zuließ. Doch lasst uns die Neuzeit nicht vergessen! „Awakening“ revolutionierte 2012 die Serie, als Nintendo all jene Charaktere zurückholte, die wir bereits zu Grabe getragen hatten. Durch fantastische Story-Stränge, eine flexible Schwierigkeitsgrad-Einstellung und das nette kleine Feature, eheähnliche Allianzen zu schließen, wurde die Reihe plötzlich der King im RPG-Ring und erfreute sich größerer Beliebtheit denn je.
Wusstet ihr schon?
„Fire Emblem: Awakening“ rettete die Serie vor dem möglichen Ende, indem es weltweit einen immensen Verkaufserfolg erzielte und neue Fans gewann.
Auf „Awakening“ folgte mit „Fates: Herrschaft, Vermächtnis und Offenbarung“ ein besonderer Teil der Reihe. Zum ersten Mal konnte man in einem Fire Emblem Titel durch Entscheidungen tatsächlich den Verlauf der Geschichte und somit auch das mögliche Ende für das Videospiel aktiv mitbestimmen. Verglichen mit dem Meilenstein, den die Spielereihe damit erreichte, wirkte die Rückkehr zum nächsten Remake mit „Echoes: Shadows of Valentia“ beinahe blass. Allerdings konnte ich dem Titel nach einiger Aufwärmphase dennoch einiges positives abgewinnen.
Trailer Zu Fire Emblem Fates
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Das heutige Schlachtfeld – die neusten Ableger der Fire Emblem Reihe
Und da ist noch „Three Houses“. Wenn die Schule nur so faszinierend gewesen wäre! Anstatt Mathe zu lernen, sollt ihr Händel zwischen Königreichen schlichten. Entscheidet euch für eines von drei Häusern und seht dabei zu, wie eure kleine Armee zu einem einzigartigen Ensemble heranwächst – ein bisschen wie bei Harry Potter, nur gefährlicher. Fire Emblem hat also eine Menge Territorium erobert. Nutzerfreundlichkeit trifft auf eine Tragik, die Shakespeare zum Weinen bringen würde. Die Serie hat sich weiterentwickelt, uns mit Spin-offs unterhalten und es selbst zum Mobile Game mit „Fire Emblem Heroes“ geschafft. Alles in allem eine Achterbahnfahrt, bei der ich stets gespannt bleibe, was der nächste Teil in der Reihe hervorbringen mag.
Der neueste Hit in der Reihe, „Fire Emblem Engage“, bringt frischen Wind in das vertraute Schlachtgetümmel. Hier zieht ihr mit Emblem-Ringen in den Kampf, die legendäre Helden aus früheren Spielen beschwören. Stellt euch mal vor: Ihr könnt Marth, Roy und Co. direkt an eurer Seite kämpfen lassen! Die Grafik funkelt wie nie zuvor, und das Kampfsystem ist so raffiniert, dass selbst Schachmeister ins Schwitzen kommen könnten. Die Story verwebt geschickt Nostalgie mit neuen Herausforderungen, und die Charaktere? Ein bunter Mix aus schrulligen Magiern und tapferen Rittern, die jeden eurer Züge unvergesslich machen. Allerdings reicht der Charme der Charaktere und die Interaktionen nicht ganz an einige der Vorgänger-Titel heran.
Warum Fire Emblem noch heute zu meinen liebsten Videospiel-Reihen gehört
Auch wenn die Spielereihe in den vergangenen Jahren einige Veränderungen erlebt hat, werde ich mir wohl auch zukünftig keines der Games entgehen lassen. Fire Emblem war eines meiner ersten JRPGs und fand damals den Weg zu mir, als ich durch mein Schachspiel ohnehin ein großes Interesse an Strategie entwickelt hatte. Was mich von Anfang an gepackt hat, war jedoch nicht die Grafik oder die anspruchsvollen Schwierigkeitsgrade. Es waren die Geschichten in den Spielen, die Charaktere mit unterhaltsamen Dialogen hervorbrachte. Sie würzten mir die taktische Herausforderung und sorgten dafür, dass ich mich tatsächlich in der Spielwelt verlieren konnte.
Ein wenig bedauere ich, dass nach Fire Emblem: Path of Radiance und Fire Emblem Radiant Dawn kein Ableger mehr auf einer größeren Konsole erschienen ist. Gerade die beiden Spiele bauten in der Geschichte und auch den Beziehungen der Charaktere untereinander stark aufeinander auf. Die gesamte Welt und ihre Geschichte wirkten besonders fein ausgearbeitet und aufeinander abgestimmt. Sicherlich hatten auch die 3DS- und DS-Ableger, die danach folgten, ihre Momente. Doch gerade beim jüngsten Teil, Fire Emblem Engage, muss ich gestehen, dass sich die Dialoge der Charaktere wesentlich flacher und oberflächlicher für mich anfühlten als bei einigen der Vorgänger.
Unter den 3DS-Titeln der letzten Jahre konnte Fates mein Herz am meisten erobern, da es die Perspektive auf das Geschehen in der Spielwelt komplett geändert hat. Je nach Entscheidungen entfaltete sich die Storyline gänzlich unterschiedlich voneinander, was Fates meiner Meinung nach auch den höchsten Wiederspielwert aller bisher FE-Teile bescherte. Auf Rang 2 findet sich für mich Three Houses“, dass zumindest teilweise an die Auswirkungen der eigenen Entscheidungen auf den Verlauf der Geschichte anknüpfte, die „Fates“ vorgelegt hatte. Abschließend: Wenn ihr noch nicht reingeschaut habt, lasst euch diesen Klassiker nicht entgehen. Ein Spiel, das Schach mit einem Drama vermischt, bei dem eure Entscheidungen das Schicksal bestimmen.



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