Baldur’s Gate 4 ist offiziell: Warum das beste Studio der Welt trotzdem fehlt

Habt ihr nach über hundert Stunden in Faerun noch immer nicht genug von epischen Abenteuern und magischen Gefährten? Die Gerüchteküche hat endlich aufgehört zu brodeln und liefert uns stattdessen knallharte Fakten zu einer der am sehnlichsten erwarteten Fortsetzungen der gesamten Rollenspielgeschichte.

Baldur's Gate 4 ist offiziell: Warum das beste Studio der Welt trotzdem fehlt

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Wenn ihr nun jubelnd eure Würfel in die Luft werfen wollt, solltet ihr vielleicht noch einen kleinen Moment innehalten. Die offizielle Bestätigung ist zwar ein absoluter Grund zur Freude für alle Fans fantastischer Welten, bringt aber gleichzeitig einen gewaltigen Wermutstropfen mit sich. Der gigantische Erfolg des Vorgängers hat die Messlatte für künftige Projekte in astronomische Höhen geschraubt. Doch ausgerechnet die brillanten Schöpfer dieses Meisterwerks haben ihre Siebensachen gepackt und das Handtuch geworfen. Wir verraten euch nun, wie es mit der legendären Marke weitergeht, welche gigantischen Herausforderungen auf die neuen Entwickler warten und warum ihr euch noch eine ganze Weile in eiserner Geduld üben müsst.

Ein Abschied auf dem ultimativen Höhepunkt

Wizards of the Coast hat die Katze endlich aus dem Sack gelassen und die Arbeit an einem vierten Teil ganz offiziell bestätigt. Angesichts der unfassbaren Verkaufszahlen und der unzähligen gewonnenen Auszeichnungen des dritten Teils war dieser Schritt wirtschaftlich die einzig logische Konsequenz. Der große Paukenschlag folgte jedoch direkt auf dem Fuße, denn die Larian Studios werden nicht an das kreative Steuer zurückkehren. Studiochef Swen Vincke stellte bereits vor einer ganzen Weile klar, dass sein Team sich von der Vorlage abwenden möchte. Die talentierten Entwickler suchen nach neuen Ufern und wollen völlig frische Projekte aus dem Boden stampfen, anstatt sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen.

Wer nun in die gigantischen Fußstapfen treten wird, bleibt vorerst ein streng gehütetes Geheimnis. Ob der Rechteinhaber Hasbro die Mammutaufgabe intern löst oder ein komplett neues externes Studio beauftragt, steht aktuell noch in den Sternen. Ein Entwicklerwechsel ist in der langen Historie der Reihe allerdings kein echtes Novum, da auch schon frühere Ableger von verschiedenen kreativen Köpfen wie etwa BioWare erschaffen wurden. Das neue Team muss sich jedoch an einer beinahe unmenschlich hohen Qualität messen lassen.

Die Krux mit den unzähligen Enden

Eine der größten Hürden für den neuen Entwickler dürfte die Geschichte selbst sein. Ihr erinnert euch sicherlich an die schier endlosen Entscheidungsmöglichkeiten auf eurer fantastischen Reise. Genau diese enorme Freiheit wird nun zu einem echten erzählerischen Albtraum. Da zentrale Figuren je nach eurem Spielstil sterben oder überleben und sich ganze politische Machtverhältnisse verschieben, existiert überhaupt kein einheitlicher Ausgangspunkt für eine direkte Fortsetzung.

Um dieses kreative Dilemma zu lösen, müssten die Macher entweder ein ganz bestimmtes Ende als offiziellen Kanon definieren oder einen massiven Zeitsprung wagen. Ein festgelegtes Ende würde jedoch unzählige Spieler enttäuschen, deren persönliche Geschichte dann plötzlich ignoriert wird. Ein großer zeitlicher Abstand oder ein komplett anderer Schauplatz scheinen daher die elegantesten Lösungen zu sein, um sich nicht in logischen Widersprüchen zu verheddern. Bis wir diese Welt wieder betreten dürfen, wird ohnehin noch sehr viel Wasser den Fluss hinabfließen. Solche epischen Meisterwerke erfordern viele Jahre harter Entwicklungszeit.

Die Zukunft steckt voller Magie

Bis ihr das neue Videospiel in den Händen haltet, müsst ihr glücklicherweise keinesfalls komplett auf passenden Nachschub verzichten. Das mächtige Universum wächst nämlich auch abseits der Bildschirme fleißig weiter. Aktuell arbeitet der amerikanische Sender HBO an einer überaus aufwendigen Serie im selben faszinierenden Setting. Als Produzent ist dabei kein Geringerer als Craig Mazin an Bord, der bereits mit der Adaption von The Last of Us bewiesen hat, wie grandios man Videospiele in das Serienformat übersetzen kann.

Zudem befinden sich bei dem Rechteinhaber noch weitere spannende Projekte in der Mache. Mit Warlock erwartet euch voraussichtlich im Jahr zweitausendsiebenundzwanzig ein weiteres vielversprechendes Spiel und auch das Studio Giant Skull werkelt an einem frischen Abenteuer. Eure virtuellen Würfel werden also auch in der Zukunft definitiv nicht einstauben.

Wusstet ihr schon?

  • Die ersten beiden legendären Teile der Reihe wurden Ende der neunziger Jahre von dem berühmten Studio BioWare entwickelt, welches später auch mit der Mass Effect Trilogie gigantische Erfolge feierte und das Genre maßgeblich prägte.
  • Das komplexe Kampfsystem von Baldur’s Gate drei basiert auf der fünften Edition des weltbekannten Pen and Paper Rollenspiels Dungeons and Dragons und wurde für die digitale Umsetzung extrem detailgetreu sowie liebevoll adaptiert.
  • Das belgische Entwicklerstudio Larian wuchs während der sechsjährigen Produktionszeit massiv an und möchte sich in der Zukunft nun wieder komplett eigenen Marken widmen, weil die kreativen Köpfe lieber frische Welten erschaffen wollen.
  • Das Unternehmen Wizards of the Coast gehört zu dem riesigen Spielzeugkonzern Hasbro und verwaltet neben Dungeons and Dragons auch das immens populäre Sammelkartenspiel Magic The Gathering, welches weltweit Millionen von treuen Spielern begeistert.

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